1. Gehirn und zentrales Nervensystem

Eine physiologische Erklärung für ungewöhnliches Verhalten, wie es in Trommel-Zeremonien oftmals vorkommt, ist, das Trommeln Veränderungen im zentralen Nervensystem bewirkt. Rhythmische Stimulationen beeinflussen die elektrischen Impulse in vielen Gehirnregionen. Teilweise scheint das darauf zurückzuführen zu sein, dass ein einzelner Trommelschlag unterschiedliche Tonfrequenzen hat und dementsprechend die Impulse zu gleicher Zeit auf verschiedenen Nervenbahnen zum Gehirn gesendet werden. Darüber hinaus sind Trommelschläge hauptsächlich niederfrequentig, was heißt, dass mehr Energie auf einmal ins Gehirn geleitet werden kann, als das bei einer Stimulierung im hochfrequentigen Bereich der Fall wäre. Das ist laut Neher möglich, weil die „niederfrequentigen Rezeptoren des Ohrs widerstandsfähiger sind, als die im hochfrequenten Bereich und es erst bei höheren Tonamplituden schmerzt.”
Koordination beider Gehirnhälften
Die Koordination von rechter und linker Gehirnhälfte lässt sich durch die Teilnahme an Drums Alive ® Stunden erheblich verbessern. Im Allgemeinen verarbeiten die meisten Menschen Informationen, indem sie die dominante Seite ihres Gehirns nutzen. Folglich ist die beidseitige Ausrichtung des Trommelns geradezu ideal, um die unterforderte Gehirnhälfte zu trainieren. Trommeln regt die rationale linke Gehirnhälfte ebenso an, wie die kreativ-intuitive rechte, und veranlasst das Gehirn, sich in Gebiete vorzuwagen und auszudehnen, die oftmals vernachlässigt bleiben. Eine andere rechts-links-Gehirnkoordinationsübung wird durch polyrhythmische Aktivitäten erzielt, die in vielen der Kids- und Academic-Beats-Module enthalten sind. Das Trommeln bietet ferner auch Möglichkeiten, die beiden Gehirnhälten zu synchronisieren.
Aktivität der Hirnstromwellen
Kenntnisse über die Gehirnwellen-Aktivität sind grundlegend und unerlässlich, wenn man verstehen möchte, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Schwingungen (Frequenz) von Hirnstromwellen werden mit einem Elektroenzephalograf (EEG) gemessen und in vier Kategorien unterteilt:
- Beta. 15 – 40 Hz: Beta-Wellen sind relativ niederfrequentig. Das Gehirn ist aktiv.
- Alpha. 9 – 13 Hz: Alpha-Wellen sind langsamer und haben eine höhere Amplitude. Die Person ist entspannt und ruhig.
- Theta. 5 – 8 Hz: Hohe Amplitude und eine niedrige Frequenz. Das ist die Zeit für Tagträume oder Tiefenmeditation, das Gefühl zu schweben, bevor man einschläft. Das ist normalerweise ein Zustand, der automatisch eintritt und in dem man geistig entrückt ist.
- Delta. 1,5 – 4 Hz: Die Hirnstromwellen erreichen den höchsten Ausschlag bei niedrigster Frequenz. Wir befinden uns in der Schlafphase.
Maßgebend innerhalb des Drums Alive ®-Programms sind Beta- und Alpha-Wellen.
Beta-Wellen entstehen während der Konzentrationsphasen. Sie haben eine niedrige Amplitude, sind aber zugleich die schnellsten der vier Gehirnstromwellen. Kursteilnehmer, die mit Problemlösungen beschäftigt sind und aktiv an Drums Alive® -Denkaufgaben mitarbeiten, erzeugen Beta-Wellen. Ebenso verbessern Kursteilnehmer ihre Gehirnaktivität, wenn sie bei schwierigen Trommel Kombinationen mitmachen.
Alpha-Wellen sind langsamer und etwas hochfrequentiger. Sie werden in einem eher entspannten Gemütszustand erzeugt, in dem die Kursteilnehmer sich nicht besonders anstrengen und sich keine Gedanken über komplexe Choreographien machen. Manche Leute genießen das Gefühl der Alpha-Wellen, nachdem sie ihr Training beendet haben und ihr Stretching in der Abkühl-Phase beginnen. Wenn Teilnehmer eine Trommel Kombination intuitiv erfassen oder schon auswendig wissen, mag das auch zum Auftreten von Alpha-Wellen führen. Dabei kann es sogar vorkommen, dass die Teilnehmer in eine Art Trance verfallen. Auch kreative Aktivitäten, in denen sich die Kursteilnehmer frei und sicher genug fühlen, um eigenen Bewegungsabläufen zu folgen, können Alpha-Wellen hervorrufen.
Aktivitäten für Beta- und Alpha-Gehirnstromwellen anzubieten, ist essentiell wichtig. So gut wie jeder Kursteilnehmer kann Beta-Wellen spüren. Dagegen sind Aktivitäten, die Alpha-Wellen erzeugen, eher begrenzt. Der Alpha-Status ist ausschlaggebend für das kreative Denken. Das ist wahrscheinlich auch der Grund, warum einige der kreativsten Genies auf der Welt als schrullig oder “sonderbar” bezeichnet wurden.
Sie konnten nämlich in eine Art Tagtraum, einen Alpha-Zustand verfallen, um dadurch ihre kreativen Gedanken freizusetzen. Bei Aktivitäten, in denen die Teilnehmer sowohl Alpha- als auch Beta-Wellen erzeugen, werden sie am meisten lernen und am kreativsten sein.
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http://www.brainstorming.co.uk/documents/computer-aided-brainstorming.html

